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Gerhard Voigt, Marek Dutkowski:

Werften an der polnischen Ostseeküste

Im alten Schiffbauland Polen verändern sich auch die Werftstandorte

Sekundarstufen I und II

Werften gehören zu den traditionellen Industriebranchen, an denen sich sowohl wirtschaftlicher Struktur­wandel als auch politisch-ökonomische Transformationsprozesse ablesen lassen. Die di­daktische Bedeu­tung erschließt sich daher vor allem durch die Möglichkeiten, allgemeine wirt­schaftsgeographische Einsich­ten über politisch-gesellschaftliche Trans­formationsprozesse und ihre sozioökonomischen Folgen zu vermit­teln. Zu thematisieren sind dabei auch auch die differenzier­ten ökonomi­schen Wandlungsprozesse der Industrie und ihre Raumwirksamkeit.

In den vergangenen zehn Jahren hat in Polen ein fundamentaler Wandel sowohl der politischen Verhält­nisse als auch der sozioökonomischen Strukturen stattgefunden, der die Entwicklung des polnischen Schiff­baus, einer für das Land bedeutsamen Schlüsselindustrie im Bereich der Ostsee­küste, maßgeblich beeinflußt hat. Wie überall im Bereich der traditionellen Industriebranchen – Kohle- und Stahlindustrie, Schiffbau – findet eine firmenrechtliche Umstrukturie­rung statt vor al­lem mit dem Ziel der (Welt-) Marktorientierung, der Produktivitätssteigerung und der Erzielung von Unternehmensgewinnen, die in der Wirtschaft der vor­herigen Volksrepublik Polen keine we­sentli­che Rolle spielten, vor allem kein Kriterium für den wirtschaftli­chen Erfolg darstellten, der allein volkswirt­schaft­lich und nicht be­triebswirtschaftlich verstanden wurde. Diese Systemtrans­formation ist daher auch als nachholende Entwicklung hin zu einem »freien Markt« zu verstehen. Sie hat tiefgrei­fenden Folgen für die Beschäftigtenstruktur mit hohen Arbeitslo­senzahlen und für die raumstrukturellen Wand­lungen in den Werft- und Hafenstädten, wo die ge­nutzten Werftareale durch rationellere Fertigungsmethoden (Neu­in­ve­sti­tio­nen in sogenannte „Kompaktwerften“) und durch die Aufgabe von Nebenbetrieben und werfteige­nen Wohnvierteln – besonders in Danzig – schrumpfen.

Die ökonomischen Charakteristiken des Schiffbaus

Weltweit ist der Schiffbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer „Schlüsselindustrie“ gewor­den. Sein technisch-ökonomisches Innovationspotential hat die Werftindustrie in der Folge­zeit aber an an­dere, modernere, Branchen – Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Chemie und letztlich Elektronik und Biotechno­logien – abgeben müs­sen. Zur Einordnung der Werftindustrie in wirt­schaftsgeschichtliche Zu­sammenhänge bietet sich der Rückgriff auf das Theorem der „Kondratieffschen Wellen“ an (vgl. Material 1). Grundsätzlich ist dabei festzuhal­ten, daß von den jeweiligen Leitindustrien einer Kondratieffschen Welle die wesentlichen technologisch-innovativen Impulse ausgehen, die zu einem Modernisierungsschub in der Wirt­schaft, aber auch im Wachstum und Ausbau der jeweili­gen Industriestädte führt. So können manche Indu­striestädte in ihrer Hauptentwicklungs- und Strukturierungspha­se einer bestimmten Kondratieffschen Welle zuge­ordnet werden (vgl. Material 2: Pha­sen des Schiffbaus in Polen). Je weiter diese Modernisie­rungsphase zurück liegt, wenn keine kontinuierliche Anpassung an folgende industrielle Entwick­lungen erfolgt ist, desto größer sind heute die aktuellen Anpassungs- und sozialräumlichen Inte­grations­pro­bleme. Das gilt vor allem auch für den traditionell vom Schiffbau geprägten Industrie­raum der Dreistadt Gdansk-Sopot-Gdynia, des­sen Modernisierungsbedarf in Hinblick auf Flächen­nutzung, Industriekonzentration und Infra­struktur erheb­lich ist (vgl. Material 3: Karte der urba­nistischen Struk­turprobleme der „Dreistadt“).

Bedeutung des Schiffbaus in Polen

Im Prozeß der ökonomischen Transformation zeigten sich gerade aber in dem traditionellen In­dustriezweig der Werftindustrie, daß unter der inflexiblen, wenig auf Rentabilität ausgerichteten Wirtschaftsplanung, we­sentlich, für die neue Weltmarktkonkurrenz unabdingbar werdende Inno­vationsphasen versäumt worden sind. In einer durch amerikanische Industrieanalytiker Ende der 80er Jahre vorgenommen Firmenstudie über die Danziger Werft im Vorfeld einer möglichen, dann aber auf Grund der gewonnenen Einsicht aufge­gebenen, Übernahme durch amerika­nische Kapi­talgeber, ergaben sich folgende systemtypische Strukturde­fizite:

–      kaum finanzielle und materielle Rücklagen,

–      relativ geringere Arbeitsproduktivität als im Weltmaßstab,

–      Überalterung der Firmenanlagen und Maschinen, hohe Ausfallzeiten, kaum Reparaturmög­lichkeiten,

–      ineffiziente Arbeitsorganisation, inflexible Zuordnung zu Planungsvorgaben,

–      Unklare rechtliche Situation (Firmenrecht, Arbeitsrecht, Betriebsverfassung, Umweltschutz etc.),

–      deutliche Widersprüche zwischen rechtlich-planerischen Vorgaben und realer Firmenaktivi­tät.

Je größer und traditioneller strukturiert ein polnischer Werftbetrieb Anfang der 90er Jahre war, desto mehr wi­dersetzte er sich einer modernisierenden Transformation. Andere Schiffbaustandor­te, vor allem Szczecin, gewin­nen zunehmend größere Bedeutung und ziehen mehr Investitionen auf sich (vgl. Material 4: Karte der Werftindu­strie 1980 und 1998). Zudem findet eine deutliche Verschiebung zugunsten anderer Branchen statt. Dieser Prozeß ist in typischer Weise wider­sprüchlich, da er einmal die polnischen Bemühungen um Investitionen in Zukunfts­technologi­en (Computer- und Informationstechnik), zum anderen aber die für semi­periphere Ökonomien typi­schen Investitio­nen des internationalen Kapitals im tertiären Sektor, der für eine Strukturmoder­nisierung wenig ergiebig und vor allem nicht nachhaltig ist, umfaßt (vgl. Material 5: Karte der In­vestitionsschwerpunkte in Polen).

Das Thema im Unterricht

Die Wandlungen im Schiffbau in Polen sind der Ansatz für einen unterrichtliche Bearbeitung des Themas, das auf der einen Seite als exemplarisches Thema für die Transformationsprozesse, auf der anderen Seite auch für grundsätzliche volkswirtschaftliche und wirtschafts­geographische Überlegungen im Vergleich tradi­tioneller und moderner industrieller Tätigkeiten genutzt werden kann. Das Ziel des folgenden Entwurfs einer Unterrichtseinheit ist es, anhand eines konkreten Fallbeispieles die wirtschaftsgeographischen Konsequen­zen der Transformationsprozesse zu er­arbeiten und gleichzeitig einen Eindruck von den grundlegenden sozioökonomischen Wandlungen bei „unserem Nachbarn Polen“ (wie es in den Rahmenrichtlinen formuliert ist) zu erhalten.

Für die Einbindung des Themas Werften in Polen sind vor allem folgende didaktisch-curriculare Kontexte anzu­bieten:

–      länderkundliche Regionalisierung Polens mit industriegeschichtlichem und wirtschaftsgeo­graphischen Schwer­punkt,

–      Typisierung und Analyse der ökonomischen Transformationsprozesse im Ver­gleich von kon­kre­ten Fallbeispielen (in Polen z.B. im Vergleich zur Nowa Huta in Kraków oder der Huta Katowice; aber auch Transformationsbeispiele im Baltikum oder in Ungarn: Altindustrieraum Nordungarn zwischen Ózd und Mis­kolc),

–      wirtschaftsgeographische und wirtschaftsgeschichtliche Grundtheoreme, z.B. Kondratieff­sche Wellen, zentral-periphere Disparitäten, wirtschaftliche Aktiv- und Passivräume an ex­emplarischen Beispielen.

In einem eigenen länderkundlichen Kontext ist von der wirtschaftsräumlichen Gliederung Polens und der beson­deren Charakteristik des Ostseeküstenraumes in Atlasarbeit auszugehen. Im näch­sten Schritt erfolgt einmal all­gemein wirtschaftsgeographisch die Besprechung des Konzepts der Kondratieffschen Wellen (M 1) und der konkreten historischen Grundtatsachen über Polen im 20. Jahrhundert und ihre Auswirkungen auf die Schiffbau­industrie (M 2). Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Städte und der Lebensverhält­nisse wird am Beispiel Danzigs erarbeitet (M 4) um dann auf die aktuellen Transformationsprobleme einzu­gehen. Als Abschluß kann dann ein Ver­gleich mit der eigens zu erarbeitenden Situation des Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern und die problematische Perspek­tive der bevorstehenden Integration Polens in die EU diskutiert wer­den, gerade auch vor dem Hintergrund aktueller weltweiter Überkapazitäten im Schiff­bau.

Photo des Arbeiterdenkmals vor dem Werfttor der Danziger Werft (wird nachgeliefert)

Materialien

Material 1: Informationen zur Geschichte der polnischen Werften

Vor der Wiedergründung des polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich eine be­deutende Schiffbauindustrie in Stettin und Danzig herausgebildet. Der „Stettiner Vulkan“ wurde der Mutterbetrieb des „Bremer Vulkan“. In Danzig konzentrierten sich drei große Werften: Der Betrieb von Ferdinand Schichau, der 1890 von Elbing (heute Elblg) nach Danzig umgezogen war, die für die damalige Zeit äußerst produk­tive Werft der Gebrüder Klawitter und die staatliche Kaiserwerft für den Kriegsschiffbau, die schon damals einen wesentlichen Export in das zaristi­sche Rußland aufweisen konnte. Diese drei Werften wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von der Volksrepublik Polen zur Danziger Werft bzw. „Lenin Werft“ zusammenge­faßt, wuchsen struktu­rell aber nie völlig zusam­men, was die spätere Krise dieser Werft mit bedingte. Nach dem ersten Weltkrieg baute Polen seinen eigenen Hafen Gdingen (Gdynia) auf und begann dort mit eige­nem Schiffbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist hier vor allem die Werft „Pariser Commune“ zu er­wähnen, die nach der „Wende“ und der Privatisierung zu einem florierenden, produktiven Betrieb mit guter Welt­mark­teinbindung geworden ist.

In der Zeit der sozialistischen Volksrepublik wurde in meh­reren Phasen massiv in der Schwerin­dustrie und im Schiffbau investiert. In Danzig wuchs die „Leninwerft“, heute „Danziger Werft“, zum führenden Betrieb und Ar­beitgeber der Region heran und gewann in den Ausein­andersetzun­gen mit der auf dieser Werft ent­standenen „unabhängigen Gewerkschaft“ Solidarno symboli­schen Charakter für den Systemwandel in Polen (vgl. Photo des Arbeiterdenkmals vor dem Werfttor). In Gdynia wuchs neben der Kriegsmarinewerft, die heute keine wesentliche Rolle mehr spielt, vor allem die Werft »Pariser Commune«, während im Han­delsschiffbau zu­nehmend auch der Werftstandort Szczecin (Stet­tin) eine gewichtige Rolle spielte, der in den fünfziger Jahren aus politischen Befürchtungen als Grenzort mit unsicherer Zukunftsprogno­se weitgehend vernachläs­sigt worden war. Polen erreichte in den sechziger und siebzi­ger Jahren einen beachtlichen Platz im Weltschiffbau und zog mit der Bundesrepublik Deutschland zeitweise gleichauf in der Konkurrenz um die Rangplätze vier bis sieben.

Arbeitsaufträge:

1.     Erläutern Sie die im Text erkennbar werdenden Veränderungen der wirtschaftlichen Situation und wirt­schaftspolitischen Zielsetzung in der entstehenden Volksrepublik.

2.     Erörtern Sie mit Hilfe von Atlas und Text, warum nach dem Krieg zunächst der Werftstand­ort Danzig (Gdask) zum Zentrum der Schiffbauindustrie wurde und erst später in den 70er und 80er Jahren Stet­tin (Szczecin).

 

Material 2: „Kondratieffschen Wellen“

Die wirtschaftliche Bedeutung neuer Produkte, neuer Dienstleistungen, neuer Produktionsverfah­ren und neuer Organisationsformen kann sehr unterschiedlich sein. Grundlegende technische Neuerungen werden als Basis­innovation bezeichnet. Nach heute vorherrschender Meinung treten diese Basisinnovationen in zyklischen Abständen gehäuft („in Schwärmen“) auf, und können lange Wachstumsschübe („lange Wellen“) auslösen. Die Basisinnovationen schaffen [...] als Produktin­novationen neue Märkte und Wachstumsin­dustrien und verändern als Prozeßinnovationen auch bereits bestehende Wirtschaftszweige tiefgreifend (z. B. Mikro­elektro­nik). [...]

Es war N. D. Kondratieff (nach ihm werden die langen Wellen auch Kondratieff‑Zyklen ge­nannt), der technologische Innovationen und Investitionen in Kapitalgüter als wichtige Theorie­elemente identifizierte. Den entscheidenden Beitrag zur Entwicklung einer Theorie der langen Wellen leistete je­doch J. A. Schum­peter (1939).

Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen stehen technische Neuerungen und der dynamische Unter­neh­mer. Die Innovation, d. h. die von einem dynamischen Unternehmer durchgesetzte technische Neuerung, ist Anstoß und Ursache der Schwankungen der Wirtschaft. Art und Ausreifungszeit der Innovation erklären die Zyklenlänge. [...] Die Kondra­tieff‑Zyklen, d. h. die langen Wellen, sind von größter Bedeutung und prägen den Verlauf der kürzeren Fluktuationen der Wirtschaft. Schließlich erlebte in den 70er Jahren, angesichts von Strukturproblemen mit hoher Arbeitslosig­keit in westlichen Industrieländern und negativer Auswirkun­gen des drastischen Anstiegs der Rohölpreise, die theoretische und empirische Analyse der langfristigen Wirtschaftsentwicklung ei­ne Renaissance.

Nach dem heutigen Kenntnisstand ist davon auszugehen, daß sich bei jeder langen Welle die ökono­mischen Ak­tivitäten auf ein bzw. wenige räumliche Zentren konzentrieren, daß aber auch weltweit eine charakteristische in­du­strielle Standortstruktur entsteht sowie eine charakteristische Vernetzung der Stand­orte über die Mobilität von Gütern und Produktionsfaktoren. Im Laufe ei­nes einzelnen Kondratieff‑Zyklus verändert sich das gesamte globale Raumsystem tiefgreifend. Das räumliche Zentrum einer langen Welle prosperiert bis die Innovationskraft der neuen Techno­logie erschöpft ist. Zum Ende eines Zyklus häufen sich Firmenkäufe und Fusionen, und die Grün­dung von Zweigwerken und Tochterunternehmen bewirkt einen auf die Peripherie gerichteten Wachstumsschub. Aber genauso wie der räumliche Kristallisationskern einer langen Welle die Phasen Wachstum, Stagnation, Schrumpfung durchläuft, unterliegen die auch als Folge der Basis­innovation außerhalb der Kernregion entstehen­den Industriestandorte einem wirtschaftlichen Transformationsprozeß; sie durchlaufen sog. „regionale Wachs­tumszyklen“. Städte bzw. Regio­nen, die aufgrund von Standortvorteilen (günstige Faktorausstattung, Lagegunst usw.) extern entstandene Basisin­novationen zuerst durchsetzen können, entwickeln sich zu Wachstumsregio­nen. Die Wachstumsdynamik hält solange an, wie es gelingt, die Produktion an den technischen Fortschritt anzupassen. [...]

 

 

Basisinnovationen

 

 

 

Dampfkraft

Textilindustrie

Eisenindustrie

 

Eisenbahn

Dampfschiffe

Eisen‑ u. Stahl‑

Industrie

Automobilindustrie

Chemische Industrie

Elektrizität

 

Elektronik

Petrochemie

 

 

Mikroelektronik

Bio- und

Gentechnologie

 

 

 

 

1. Lange Welle

2. Lange Welle

3. Lange Welle

4. Lange Welle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1800

1850

1900

1950

2000

 

N   = Niveau wirtschaftlicher Aktivitäten

t    = Zeitverlauf

 

 

 

Ausgangspunkte wesentlicher Innovationen (International)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

England

England

USA

USA

 ?

 

 

 

Deutschland

Deutschland

Japan

 

 

 

 

USA

England

Deutschland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgangspunkte wesentlicher Innovationen (Deutschland)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruhrgebiet

Ruhrgebiet

Baden-Württemberg

 ?

 

 

 

Saarland

Baden-Württemberg

Südbayern

 

 

 

 

 

Südbayern

 

 

 

Abb. 2.43 Modell der wirtschaftlichen Entwicklung in ,,langen Wellen“ Entwurf: nach R. Dicken (1986, S. 20)

Quelle: Ludwig Schätzl: Wirtschaftsgeographie I. Theorie. Mit 43 Abbildungen. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage 1992. Pader­born. München-Wien-Zürich (Ferd. Schöningh). – 2.3.9.2 Theorie der langen Wellen und Raum­entwicklung, S. 201-205.

Aufgabe:

In Polen spielen bis zur „Wende“ Bergbau, Stahlindustrie und Schiffbau, heute dagegen Elektro­industrie und Maschinenbau eine entscheidende wirtschaftliche Rolle. Dieser Tatbestand sollte auf der Grundlage des Modells der „Kondratieffschen Wellen“ interpretriert und in Hinblick auf die ökonomischen Zukunftsperspek­tiven ausgewertet werden.

Welche Rolle spielte die Wirtschaftsregion Polen im Konzept der Kondratieffschen Wellen bisher und wie sind die Chancen einzuschätzen, daß der Transformationsprozeß die Grundlagen schaftt, daß Polen in Zukunft zu den ökonomischen Wachstumsregionen gehören könnte?

In wie weit hilft das Konzept der Kondratieffschen Wellen, die Wirkungen ökonomischer Transformations­prozesse einschätzen und bewerten zu können?

Ökonomische Daten von Polen

Polen: Entwicklung des BSP pro Kopf in US-$ 

1990

1700 US-$

1991

1700 US-$

1992

1870 US-$

1993

2250 US-$

1994

2430 US-$

1995

2810 US-$

1996

3230 US-$

1997

3590 US-$

 

Fertiggestellte Schiffstonnage in Polen in Mio gt.

Jahr

Mio. gt

Rang

 international

1970

4,14

7

 

1975

7,35

7

 

1978

7,02

7

 

1979

4,63

7

 

1980

3,62

8

 

1981

2,83

8

 

1982

2,98

8

 

1985

3,60

7

 

1986

3,75

7

 

1987

2,88

8

 

1990

0,103

11

 

1993

0,325

0

 

1994

0,514

0

 

1995

0,52

0

 

1996

0,615

8

 

1996

0,626

6

 

 

Fertiggestellte Handelsschiffe 1990 – 1997 in Mio. gt (Brutto-Tonnen; nach ISL)

 

Aufgaben:

  1. Der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Entwicklung nach der »Wende« sollte erörtert werden.

  2. Eigene Arbeit: Zusammenstellen von aktuellen Daten über die Lage der Schiffbauindustrie und der Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern (Wismar, Rostock, Stralsund) und Vergleich mit der Si­tuation in Polen

http://www.lernen-im-internet.de/Schwarzes_Brett/Infos_pdf/06Planwirtschaft.pdf


Literatur:

Dutkowski, Marek / Voigt, Gerhard, 1989: Werftkrise: Krisendynamik und Raumwirksamkeit. Zu den ökonomischen und wirtschaftsräumlichen Folgen der Werftkrise in der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen. Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie. 1989/Heft 5. S. 142 ff.

Nettelmann, Lothar / Voigt, Gerhard, 1986: Polen – Nation ohne Ausweg? Eine Einführung in Politik, Wirtschaft, Kultur und Umwelt.  Geschichte und Staat, Bd. 274. Olzog. München.

Voigt, Gerhard / Dutkowski, Marek, 1992: Die Danziger Werft: Symbol der Krise und der Erneuerung.  Praxis Geographie, Heft 4, 1992. S. 26-31.

Voigt, Gerhard, 1992: Zur Analyse der aktuellen Krisen in Osteuropa und in der „Dritten Welt“. Möglichkeiten und Grenzen geographischer und politologischer Entwicklungsmodelle. Oldenburger Vor-Drucke Heft 167/92. Oldenburg.

Fischer Weltalmanach 2000 (CD-ROM)

Impressum: Voigt, Gerhard / Dutkowski, Marek, 2000: Werften an der polnischen Ostseeküste. Eine Schlüsselindustrie im Transformationsprozess. Geographie Heute, 21. Jahrgang, Heft 178, März 2000: 12-15.

Materialteil / Überarbeitung 28.1.00 / Internetpublikation 20.08.2011

 

   
   

Verantwortlich für diese Seite

Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand:1994 / 2002.

Letzte Bearbeitung:23.02.2011

   
   

 

     
   

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